Wurzelwerk als Blütenlese

Im Seminar »Wurzelwerk als Blütenlese«, im Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften, entwickeln wir die Idee für ein modaleres Urban-Gardening-System auf dem Campus in Derendorf. Schnell wird klar, wir wollen nicht nur eine ästhetische, schmückende Wirkung durch den offenen Garten im Innenhof von Gebäude 3 erzielen, sondern vielmehr einen Ort für Austausch, gemeinsames Verweilen, Denken, Lernen und Handeln schaffen, aber vor allem einen Ort der Gemeinschaft.

Pflanzen pflanzen

Im Seminar setzen wir uns deswegen nicht nur mit dem Garten und Gärtnern an sich auseinander. Es erfolgt eine theoretische, praktische und künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema, um Kreativität zu fördern, Inspiration zu liefern und neue Denkimpulse anzuregen. Zunächst beschäftigen wir uns mit bestehenden Strukturen am Campus in Derendorf und dort eingeschrieben Regeln, verhandeln mit dem Gebäudemanagement über Nutzungsflächen und laden das Ökologie-Referat der Hochschule ein, diskutieren über unsere Haltung im Bezug auf Ernährung, Nachhaltigkeit, Klima und Umwelt. Zusätzlich beleuchten wir bereits realisierte »Urban-Gardening« Projekte in den Sparten Kunst, Design, Stadtgestaltung und Sozialer Arbeit. Die neu gewonnen Erkenntnisse sollen in die Gestaltung des Gartens einfließen. Die Idee ist es altes, fast vergessenes Wissen erneut aufleben zu lassen und so im und durch den kollektiven Prozess, durch das Machen, gemeinsam voneinander zu lernen. Deswegen entscheiden wir uns dagegen bereits aufgezogene Pflanzen in der Gärtnerei oder im Baumarkt zu kaufen und bloß umzupflanzen. In den Kunsträumen werden Samen gesäht, Verpackungsreste zu Anzuchts-Behältnissen und Altglas und Kordeln zu Bewässerungssystemen umfunktioniert, Prozesse des Keimens beobachtet und dokumentiert, Bepflanzungspläne ausgeklügelt, Erntepläne erstellt und Beschilderungssysteme für die Beete und Pflanzen angefertigt. 

Aufbau der Hochbeete

Nach einer langen Planungsphase werden die bestellten Hochbeete aufgebaut. Zunächst ist handwerkliches Geschick gefragt – ineinander stecken, hämmern, schrauben und lackieren, dann wird zusätzlich eine Bodenkonstruktion für jedes Beet gebaut.  Anschließend folgt die Bepflanzung, nach dem vorab ausgeklügelten Bepflanzungsplan.  Neben der richtigen Schichtung von Erde und Mulch ist auch die Zusammenstellung der Pflanzen in den jeweiligen Beeten von großer Bedeutung.

Lerntagebücher

Studierende halten ihre Gedanken, Ideen und Erkenntnisse in Lerntagebüchern fest und verhandeln Themen, die sie beschäftigen mit, durch und über unterschiedliche Ausdrucksleistungen. Es entstehen sowohl ästhetisch, künstlerische Ansätze wie Gedichte, Zeichnungen, Schattenbilder, aber auch Modelle, Methoden und Entwürfe für das Feld Sozial-und Kulturwissenschaften.

Sommerfest

Inmitten der grünen Hochbeet-Insel erstreckt sie eine lange Tafel, mit weißen Tischdecken , geschmückt mit Blüten und Blumen aus dem Garten. Knuspriges, warmes Brot, Kräuterdips und grüne Häppchen, zubereitet mit Lebensmitteln aus dem eigenen Anbau, stehen probierbereit. An der Bar gibt es selbstgemachte Limonade und Hollundersirup in Einmachgläsern mit Zuckerrand und Bambusstrohhalmen. Kinder toben zwischen den Beeten, es wird angeregt geplaudert, gemeinsam gelacht, getrunken und gegessen, einige Besucher*innen erkunden die Pflanzenwelt, andere genießen die Sonne, flanieren auf dem Sofa, erbaut aus übrig gebliebenen Beuteln Blumenerde. 

Im Zuge des Sommerfests — des Fachbereichs Sozial-und Kulturwissenschaften — werden Texte, Zeichnungen, Rezepte und Ideen gezeigt, die während des Seminars entstanden sind. Student*innen führen durch den Garten, legen den Prozess offen und berichten über Möglichkeit der Teilhabe im Projekt.

Prof*in Swantje Lichtenstein
Prof*in Maria Schleiner
Laura Oldörp

Wurzelwerk als Blütenlese
Seminar
Hochschule Düsseldorf
Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften

Lerntagebuch Oliwia Wozniakowski – 6,76 KB
Lerntagebuch Sandra Attmann – 6,76 KB