Dekonstruktion 1

Deutsch-jüdische Gespräche

Der Ü-Wagen wandert im Rahmen des interdisziplinären Kooperationsprojekts »Dance with the Desert« anlässlich des 1700-jährigen Bestehens der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland von Ort zu Ort, positioniert sich an Stellen, an denen sich jüdische Kultur und Geschichte zeigt und sich Menschen treffen, die sich für das jüdische Leben interessieren. Erste Stationen sind die Feld Fünf Galerie gegenüber dem Jüdischen Museum in Berlin und die Galerie der University of Europe for Applied Sciences in Berlin. Deutsch – jüdische Gesprächspaare tauschen Geschichten und Lebensentwürfe aus und sprechen über ihre individuellen und spezifischen Erfahrungen jüdischen Lebens in Deutschland.

Begriffsarchiv

In einer bi-direktionalen Unterhaltung tauschen sich jüdische und nicht jüdische Menschen anhand von Begriffen aus. Diese Begriffe bewegen sich zwischen politischen und alltäglichen Themenfeldern wie Familie, Feste, Identität, Freunde, Heimat, Grenzen, Realität, Genderbilder, Technik, Macht, Glaube, Essen, Aneignung, Sprache, Musik, ….

In den Gesprächen kristallisiert sich heraus welche Begriffe Relevanz haben, welche unwichtig sind, welche hinzugefügt werden müssen. In einem Bottom-Up-Verfahren entsteht so ein Begriffsarchiv. Die Interaktion mit den Begriffs-Karten ist offen (wählen, ziehen, abwechselnd befragen…). Satzkonstruktionen zum Gebrauch der Begriffe mussten selbst gebildet werden (eine Frage, eine Geschichte, ein Anknüpfungspunkt…). Das Gespräch konnte sich abseits von Hierarchien zwischen Fragendem* und Befragtem* entsprechend der Kommunikation und Dynamik der beteiligten Gesprächspartner*innen frei entwickeln.

Videoarchiv

Es entsteht ein Archiv aus Videoporträts, das den aktuellen Diskurs eines Themas über den Tausch von individuellen Lebenswelten abbildet, ohne dabei – wie etwa bei einem Leitfragen orientierten Interview, von Vorannahmen und Vorurteilen gesteuert zu sein. Das Archiv wächst und wandert, verändert sich über die Orte und die Zeit und besteht aktuell aus etwa 30 einstündigen Gesprächen in Deutschland und Israel.

Hochschule Düsseldorf
Im Rahmen des Kooperationsprojekts Dance with the Desert
Prof.*in  Anja Vormann

Mitarbeiter*innen Patrick Kruse, Janna Lichter, Marcel Mücke, Laura Oldörp und Lilian Wunschik