Bachelor

20.03.2015  

Ich werde wahnsinnig. Was bin ich? Ich wollte mal Schauspielerin sein, studiere jetzt Kommunikationsdesign, überlege, dass das ja nicht so frei ist und möchte vielleicht lieber Kunst studieren. —– Aber erstmal möchte ich meinen Bachelor machen. Der Bachelor. Was ist denn der Bachelor? Bachelor of Arts. —— hm — ist n Hochschulabschluss, hab ich irgendwas gelernt? —-

Eigentlich nur, mir noch mehr Fragen zu stellen, noch unsicherer zu sein als vorher. Also wie soll ich an den Bachelor rangehen wenn ich gar nicht weiß, was ich machen will oder wo ich hin will, —- hmm ———————- Bachelor.

————– Erstmal würde ich ja meine ganzen Sachen, die ich im Studium gesammelt habe, raussuchen und quasi ein Portfolio machen, ist das dann nicht der Bachelor Report? Also bin ich dann nicht eigentlich fertig mit meinem Bachelor? Ich habe hier einmal aufgezeigt, was ich für Arbeiten gemacht habe —– und dann hab ich doch gezeigt was ich gemacht habe, das ist doch der Bachelor Report. Oder was will der Bachelor? —– Was will ich denn vom Bachelor? Ich habe immer gedacht, dass es eigentlich geil wäre, wenn man dann einmal im Gegensatz zum Aufbau des Studiums eine —— wie soll ich sagen, eine Arbeit macht, also einen Prozess, das man nicht von vorhinein sagt, okay ich fang hier an und da ist mein Ende sondern, es ist ein Prozess, den dokumentier ich und im Endeffekt kommt da was heraus, ähm wo die Form vorher gar nicht klar ist. Mhh —- aber jetzt wird man doch damit konfrontiert, dass viele halt ähm, na ich bau irgendwie ne App und dann bau ich die, aber ich könnte auch sagen okay ich mach nen Video, nen Film, ich schreib ne Dramaturgie, ich mach das. Aber das beantwortet irgendwie nicht meine Fragen und ich glaube auch nicht oder ich glaube, das es für mich eher wichtiger ist diese ganzen Fragen offen stehen zu lassen und nicht ähm, eine Art der Antwort dafür zu finden. Und dann habe ich gerade schonmal überlegt, ich müsste vielleicht doch — — mal mit meinen Kommilitonen sprechen und die fragen ähm —- oder die erstmal fragen was ist für dich der Bachelor, wo siehst du dich jetzt? Also als was siehst du dich, was bist du? Wo willst du damit hin? Hmm —— oder ich fang erstmal bei mir an und ja, im Moment hab ich einfach nur das Gefühl ich weiss überhaupt nicht was mit meinem Leben passieren wird, und das macht mich wahnsinnig.

07.04.2015  

So, jetzt hab ich ne Woche lang nichts gemacht. Hab ne Krise bekommen, mal wieder und habe dann beschlossen: Okay, ich muss mir einen Arbeitsraum äh herstellen, einen Ort an dem ich arbeiten kann. Und meinen Drucker funktionsbereit machen. Das habe ich jetzt gemacht, ich habe einen Drucker der funktioniert wuhhhh, so ist es, ich habe verschiedene Dinge ausgedruckt; das ist ziemlich gut, denn ähm ich finds super schwierig die Sachen, die ich in meinem Computer habe, ähm mir die vorzustellen, oder was heißt vorzustellen ähm — es ist in diesem Ding drin und ich habe keinen Zugang, ich kann es nicht ordnen für mich und ich muss irgendwie Dinge ausdrucken und vor mir sehen. Jetzt habe ich einen Arbeitsplatz geschaffen, und ja hab aufgeräumt und habe eine leere Wand, die voll werden soll quasi eine Mindmap ja ähm genau, und ich habe mir überlegt das ich jetzt doch auf jeden Fall mal mit Franci XXX sprechen will, wie es ihr so mit dem Bachelor geht und genau und, ja das ist erstmal der weitere Plan.

Franziska XXX 14.04.2015

Egal, ein Anfang ist geschaffen, sag ich mal. – Bist du denn schon weitergekommen?

Ähm, joa. – Also, ähm, das Thema hat sich ein bisschen genauer definiert. — Ähm. also ich weiß jetzt so — ein bisschen besser was ich machen möchte. Ich hab mich gestern mit der XXX getroffen. Und die hat mir noch so ein paar Literaturtipps gegeben und so‘n paar Namen genannt von Leuten, die ich mir anschauen kann. Joa.

Und das ist, also war das denn gut das Gespräch mit ihr, oder…?

Ja schon. Also ich hab halt im Gespräch selber gemerkt, ähm, dass ich halt weiß, warum ich halt mit meinem Thema nicht weiter komme, und das hat sie halt auch direkt dann so gesagt, weil ich hab immer gesagt ich will das irgendwie von der visuellen Seite irgendwie untersuchen, und will mich ja eigentlich nicht irgendwie in der Philosophie verlieren oder der Theorie verlieren oder so. Aber das Problem ist, dass ich halt irgendwie nicht so richtig weiter komme, das heißt mich ein bisschen halt verliere, und das ist wahrscheinlich auch der, also ein Grund sein könnte, weil ich halt eben nicht mir Theorie anlese und halt irgendwie gar nicht theoretisch mich halt irgendwie damit beschäftige. Das findet sie halt auch und, ähm, das was ich ja mache ist ja schon so ziemlich konkret das Thema, das sie halt auch interessiert in ihrer Forschungsarbeit oder generell so in ihrer Arbeit. Und es war schon ganz gut weil sie hat mir halt so ein paar Konferenzen genannt, wo das schon thematisiert wurde, also generell halt die Bilderflut, oder allgemein bild- und medientheoretische Aspekte irgendwie thematisiert wurden. Und dann zum Beispiel hat sie letztes Jahr im Herbst irgendwann, war diese Chaos Computer Club Konferenz, und da hat sie nen Vortrag gehalten, und den hab ich mir halt gestern Abend angeschaut, gestern Abend, und ähm, ja dadurch kommt man halt wieder so auf ganz andere Ideen, und dann nennt sie halt Leute die man nicht kennt, und dann hab ich die Leute gegooglet, und dann kommt wieder von da, also von Hölzchen auf Stöckchen, und ja, das hilft mir glaub ich ein bisschen. Aber nichtsdestotrotz so, das was ich bis jetzt halt gemacht habe, ja ich komm da halt nicht so richtig rein und so richtig weiter, deswegen werde ich jetzt vielleicht die nächsten Tage einfach wieder lesen, in der Hoffnung, dass ich dann darüber halt irgendwie das für mich ein bisschen genauer definieren kann.

Ja, das, äh ich glaub, dass, ich weiß nicht ob ich das letztens schon gesagt hab. Aber da bin ich jetzt auch, dass ich mich irgendwie an was festhalten muss, was irgendwie doch nen theoretischen Hintergrund hat. Also, ich glaube was ich spannend finde ist da vielleicht die Herangehensweise, also dass ich sage, also diese Art, wie gehe ich an ein Thema ran. Dass ich nicht quasi die Aufforderung, also Bachelor, ich mach den Bachelor, ich mach ne einzelne Aufgabe, sondern die Herangehensweise ist ja so‘n bisschen Metaebene, dass man halt irgendwie alles einfach nur nimmt was man für Informationen hat und daraus was macht, die einem gegeben sind. Also quasi nicht das fortlaufende, also nicht den Aufforderungen folgt, sondern eigentlich mit diesen Aufforderungen direkt arbeitet. Und ähm…

Ja, das ist richtig. Weil das ist ja auch das was ich halt gar nicht will. Ich will doch nicht irgendwie die theoretische, also wissenschaftliche Herangehensweise, weil [… UNVERSTÄNDLICH WEGEN SKYPE-VERBINDUNG…] und ähm, ja, um mich halt auch selber in meiner Arbeit dann halt irgendwie reflektieren zu können.

Genau, weil jetzt grade ist es halt so, dass ich das Gefühl hab…warte mal, ich muss mal doch eben den, äh, das Internet ausmachen, weil sonst ist der irgendwie stoppt der zwischendurch.

Wenn du das Internet ausmachst, dann können wir nicht skypen.

Was?

Wenn du das Internet ausmachst, dann können wir nicht skypen.

Nee nicht das Internet, haha. Den, ähm, den Browser, weil irgendwie überfordert den das ein bisschen.

Achso. Der hat Probleme langsam, der Computer. Leider. Naja.

[…UNVERSTÄNDLICH WEGEN SKYPE-VERBINDUNG…] je größer die Datei wird.

Ja. Ich guck mal weil jetzt grade hast du ein bisschen gestockt, aber jetzt müsste es eigentlich wieder gehen.

Ja.

Naja. Aber auf jeden Fall bin ich halt auch da, es macht kein Sinn, also überhaupt bin ich ja jetzt eigentlich an dem Punkt, dass es ja nur damit geht, also ich mein das kann auch eigentlich auf alle anderen übertragen, dass man ja mmer von sich selber ausgeht, quasi, und das kommuniziert irgendwie. Also das reflektiert und kommuniziert. Und wenn ich das nur, dieses selbstreferenzielle mache, dann ist es irgendwie, warum ist es dann für andere interessant? Ja.

Also finde ich, muss ich irgendwo ne Ebene schaffen, dass sich andere halt auch, oder dass sich irgendwo nen Ansatz gibt, auf dem ich dann aufbaue und dass das dann irgendwie in Bezug gestellt werden kann oder wie auch immer.

[…UNVERSTÄNDLICH WEGEN SKYPE-VERBINDUNG…] wenn man Fischli und Weiss nicht kennt, kann man keine Szenografie machen, weil man ja überhaupt nicht weiß, […UNVERSTÄNDLICH WEGEN SKYPE-VERBINDUNG…] Du musst einfach lesen, weil mal angenommen du würdest […UNVERSTÄNDLICH WEGEN SKYPE-VERBINDUNG…], dann gehst du hin und trittst die Tür ein […UNVERSTÄNDLICH WEGEN SKYPE-VERBINDUNG…] und deshalb musst du dir halt auch Theorie anlesen um halt auch […UNVERSTÄNDLICH WEGEN SKYPE-VERBINDUNG…].

Der Bachelor – 1,59 KB

Der Bachelor
Karen Zimmermann
Abschlussarbeit

Hochschule Düsseldorf
Fachbereich Design
betreut von Anja Vormann und
Christian Jendreiko