Clothes of Dead White People

Clothes of Dead White People (Kleidung von toten weißen Menschen) ist die Übersetzung des Akan-Ausdrucks Obroni Wawu. Obroni Wawu ist ein gebräuchlicher Begriff für Secondhand-Kleidung in Ghana. Dieser Ausdruck rührt von der Vorstellung her, dass jemand sterben müsste, um die abgegebene Kleidung nicht mehr haben zu wollen. In der Arbeit »Clothes of Dead White People« setzt sich Cate Lartey mit der Zirkulation von Second-Hand-Kleidung im Zusammenhang mit neoliberalen Märkten in Accra, Ghana auseinander. Die Textilindustrie, insbesondere der Kantamanto Second-Hand-Markt, der größte Markt Accras mit gebrauchter Kleidung, wird als exemplarisches Beispiel untersucht, um sich mit der komplexen und vielschichtigen Thematik des Postkolonialismus zu beschäftigen.

Der Kantamanto Markt ist Teil des globalen Abfallentsorgungssystem und stellt das Schlachtfeld dar, auf dem die Auswirkungen von Überproduktion und Überkonsum deutlich zu spüren sind. Daher ist der Markt eine wichtige Verkaufsstelle für den Überschuss den der globale Norden im Rahmen einer weitgehend unregulierten Produktion geschaffen hat.

Des Weiteren beschäftigt sie sich mit den Fragen, wie mit der Kleidung umgegangen oder diese getragen wird. Was wird mit den Kleidern kommuniziert? Und mit welchem Selbstverständnis wird Kleidung aus dem Westen getragen? Und wo? Denn jeder Kultur ist ein Farb- und Formgefühl eigen, das auch in der Kleidung seinen Fortgang und in seinen Dynamiken von Angleichung und Aneignung, ästhetischer Fremd- und Selbstbestimmung, die wesentliche Aspekte postkolonialer Kulturen sind.

Wie sieht die Textilkultur in der politisch-psychologischen Rolle aus und wie wirkt sich dies auf die Einzelnen aber auch im Kollektiv der individualistischen und sozialen Identitäten aus? Cate Lartey

Die verschiedenen aufgeworfenen Fragen eröffnen, weitere Einblicke auf die Zirkulation von Textilien aus der Sicht des globalen Nordens und Südens: Aus welcher Motivation heraus tragen Menschen Second-Hand-Kleidung aus dem globalen Norden und aus welcher Motivation Menschen aus dem globalen Süden? Wie sieht die Textilkultur in der politisch-psychologischen Rolle aus und wie wirkt sich dies auf die Einzelnen aber auch im Kollektiv der individualistischen und sozialen Identitäten aus? Und inwieweit spielt der lokale Stoff eine Rolle?

Um diese Thematik visuell sichtbar zu machen, hat Cate Lartey Elemente die sie auf Ihren Reisen nach Ghana begegnet ist in einem modischen Kontext gesetzt. Als Stilelemente hat sie Materialien wie Kabelbinder, Wäscheleinen oder die Schichtung von Kleidung verwendet. Den Konflikt des Second-Hand-Marktes, hat Sie auf eine weitere Ebene gebracht, indem Sie Orte wie den Hafen und eine ehemalige Textilfabrik in Deutschland besucht hat. So ist ein Performance-Video entstanden.

Cate Lartey
Clothes of Dead White People

Hochschule Düsseldorf
Fachbereich Design

Weiterführende Links

https://www.fluctoplasma.com/